Carsten Hirth     -     Lichtbildwerke

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NICHTS IST WIE ES SCHEINT

Heute ist prinzipiell alles möglich. Es gibt nichts mehr, was unmöglich erscheint. Das gestellte, inszenierte, das manipulierte und vielfach bearbeitete, transformierte und digitalisierte Foto ist eine Realität, die allgegenwärtig ist. Es gibt keine festgelegten Grenzen mehr im gestalterischen Umgang mit dem fotografischen Prozeß. Fehler werden kultiviert, dem Zufall wird Tür und Tor geöffnet. Die Vision Man Rays hat sich erfüllt.

("Der Sieg des Künstlers über den Apparat", Gottfried Jäger, 1988)

 

Die Abgrenzung von dokumentarischer zu künstlerischer Fotografie wird verwischt, indem z. B. auf den ersten Blick durchaus real erscheinende Szenen Dokumentarismus vorgeben, es aber nicht sind. Die angewandten Multishoot-Techniken erlauben es, sehr tiefgreifende Manipulationen an den Bildinhalten vorzunehmen. Gebäude, Menschen oden beliebige Objekte werden aus ihrem eigentlichen Kontext herrausgelöst und neu definiert. Die so veränderte Wiedergabe des Gesehenen erlaubt eine erweiterte Sichtweise, die über den dokumentarische Aspekt hinausreicht. Es ist vielmehr der Versuch, Eindrücke und Empfindungen, die während des Sehens erlebt wurden, im späteren Bild als eine Art subjektives Echo der Realität wiederzugeben...